7 Gründe für feuchte Wände im Haus – und was man dagegen tun kann!


Bei Feuchtigkeit im Mauerwerk des Hauses sollte zügig gehandelt werden. Doch um das Problem zu beheben, muss erst der Grund für die Feuchtigkeit in der Wand herausgefunden werden.

In diesem Artikel werden sieben typische Ursachen für feuchte Wände vorgestellt und was dagegen getan werden kann.

7 häufige Gründe für Feuchtigkeit in Wänden

1. Bodenfeuchtigkeit

Das Mauerwerk eines Hauses wird beim Bau mit Hilfe einer Horizontalsperre vor dem späteren eindringen von Wasser geschützt.
Bei Häusern mit älterem Baujahr fehlt diese Sperre oft oder ist mit den Jahren defekt und undicht geworden. Fehlt diese Schutzmaßnahme, steigt das Wasser im Mauerwerk kapillar nach oben.
Durch das Wasser lagern sich Salze in der Mauer ab und verursachen Ausblühungen. Der Putz platzt auf und bröckelt ab. Lösen sich die Tapeten, deutet das in der Regel immer auf feuchte Wände hin.

2. Neubau – Estrich und Putz

Nach dem Einbringen des Estrichs auf den Boden, wird beim Trocknen viel Wasser in den Raum abgegeben. Bis der Estrich komplett getrocknet ist vergehen ein paar Wochen. Das Gleiche tritt beim aufbringen des Innenputzes auf die Wände auf. Auch hier dauert es einige Zeit. Je nach Wetterlage und wie der Neubau gelüftet oder beheizt wird verschwindet die Feuchtigkeit nicht komplett.

Hier kann mit Bautrocknern nachgeholfen werden um den Trocknungsvorgang zu beschleunigen und die Restfeuchtigkeit zu entfernen. Dies wird von den meisten Bauherren auch gemacht.
Im Winter kann auch mit der Außenluft gelüftet werden, um die Luftfeuchtigkeit zu senken. Im Sommer würde diese Maßnahme aber die Feuchtigkeit eher noch erhöhen.

Wichtig ist es, dass vor dem Verlegen von Fliesen und dem Streichen oder Tapezieren der Wände, die Feuchtigkeit im Boden und in den Wänden auf ein niedriges Maß gesunken ist.

3. Undichtes Dach oder Dachabwassersysteme

Fehlen bei Dach Schindeln oder sind einige Ziegel brüchig oder verrutscht, besteht die Möglichkeit das Wasser durch das Dach eindringen kann. Das von oben eindringende Wasser verursacht Wasserschäden am Dach und an den Wänden. Sollten Sie so einen Schaden feststellen, ist eine schnelle Reaktion wichtig, da sonst hohe Kosten entstehen können, desto länger man wartet.

Auch die Abwassersyteme die das vom Dach aufgefangene Wasser ableiten sollen, stellen eine mögliche Ursache für feuchte Wände dar. Die Aufgabe von Regenrinnen und Fallröhren ist das Wasser vom Haus abzuleiten. Entweder in die Kanalisation, in eine Sickergrube oder in ein Gewässer. Haben die Rohre oder Rinnen Löcher oder Risse gelangt Wasser an die Außenwand des Gebäudes. Es besteht dadurch die Möglichkeit, dass sich das Mauerwerk nach einiger Zeit mit Wasser voll saugt. Vor allem bei brüchigen Fassaden ist dies der Fall.

4. Wasserschaden – defekte Rohrleitungen

Wasserschäden durch defekte Wasser- oder Rohrleitungen im Haus oder in der Wohnung bleiben meisten nicht lange unbemerkt.
Die Wasserleitungen können durch Lochkorrosion undicht werden. So entweicht unkontrolliert Wasser aus der Leitung und die Wände werden nass.
Auch die Abflussrohre von Badezimmer und Küche können Schäden nehmen und das Abwasser dringt ins Mauerwerk ein. Die Folgen bei beiden sind gravierend, da meisten nicht nur die seitlichen Mauern sondern auch Böden und Decken nass werden.

Rohr Reparatur

Reparatur – undichte Stelle wird gelötet

Die betroffenen Leitungen oder Rohre sollten von einem Fachmann ausgetauscht oder repariert werden. Nachdem die Leitungen wieder intakt sind, kann mit der Trocknung des Mauerwerks begonnen werden.
Hierzu eignen sich Bautrockner. Ob ein Trockner bei größeren Schäden alleine reicht oder weitere Maßnahmen getroffen werden müssen, erfahren Sie von einem Fachmann der den Schaden vor Ort begutachten sollte.

5. Kälte- und Wärmebrücken

Wärmebrücken sind Bereiche in Bauteilen eines Gebäudes, durch den die Wärme schneller nach außen transportiert wird als durch die angrenzenden Bauteile. Wärmebrücken verursachen gleich mehrere unangenehme Effekte für den Hausbesitzer oder Wohnungseigentümer. Durch die erhöhte Wärmeleitung nach außen muss in den Bereichen mehr geheizt werden, um eine konstante Temperatur zu halten. Ergo entstehen höhere Heizkosten. Bei niedrigen Außentemperaturen sinkt die raumseitige Oberflächentemperatur dieser Bauteilen stärker ab als beim Rest. Sobald die Temperatur unter dem Taupunkt fällt, setzt sich Tauwasser auf der Rauminnenseite am Bauteil ab. Außerdem fördern Wärmebrücken die Schimmelbildung. Dieses Phänomen tritt nicht erst bei Tauwasserausfall, sondern bereits bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80 % an der Bauteiloberfläche auf.
Häufige Bauteile die Wärmebrücken sind, sind nicht isolierte Rollladenkästen, Heizkörpernischen und andersartige Materialien mit unterschiedlicher Wärmeleitfähigkeit.

6. Falsches Lüften und Luftbefeuchter

Im Winter leiden viele Menschen unter der trockenen Raumluft im Büro oder Zuhause die durch das Heizen entsteht. Abhilfe schafft hier ein Luftbefeuchter der die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöht. So erhalten vor allem die in Nase vorhanden Flimmerhärchen wieder genug Feuchtigkeit, um ihrer Reinigungsfunktion nachgehen zu können und das Ansteckungsrisiko durch trockene Schleimhäute zu verringern.

Durch das hinzuführen von Feuchtigkeit steigt aber auch die Gefahr der Kondensatbildung an den Wänden. Daher sollte die Feuchtigkeit nicht künstlich über 70 % r.F. im Raum erhöht werden.
Im Sommer oder bei sommerlichen Temperaturen kann durch falsches Lüften die Luftfeuchtigkeit stark im Raum ansteigen. Das Lüften in der Mittagszeit sollte vermieden werden, da sonst die feucht-warme Luft von außen ins die eigenen Räume gelangt. Das in der Luft enthaltene Wasser schlägt sich an den kälteren Fenstern und Wandflächen nieder.

7. Hang- und Sickerwasser

Neben der Horizontalsperre, die das Mauerwerk vor Wasser von unten schützt, existieren auch Vertikalsperren. Diese an den Außenbereichen angebrachte wasserundurchlässige Wandabdichtung, verhindert das seitliche Eindringen von Feuchtigkeit und Wasser an allen erdberührenden Flächen. Bei flachen Grundstücken ist diese Schutzmaßnahme im Kellerbereich notwendig. Bei Hangbauten sollten alle erdberührenden Außenwände eine Vertikalsperre besitzen.


Fazit

Feuchte Wände können durch viele Ursachen entstehen und diese sind zum Teil schwer zu erkennen. Es sollte aber immer so schnell wie möglich gehandelt werden, um die Feuchtigkeit zu beheben. So schützen Sie sich vor größeren Schäden.

Einige Ursachen können selbst behoben werden, in dem die Art des Lüftens oder der Einsatz von Luftbefeuchtern geändert wird. Andere Ursachen, wie defekte Leitungen oder ein undichtes Dach, lassen sich nur durch eine Reparatur oder den Austausch des defekten Bauteils beheben.
Fehlen grundlegende bauliche Schutzvorrichtungen, wie Horizontal- oder Vertikalsperre, müssen die erforderlichen Baumaßnahmen in Gang gebracht werden.

Sind alle Ursachen behoben wird auch eine mögliche Schimmelbildung vermieden.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.